Die Geschichte des Westernsattels

Wir reiten Ihn seit Jahren, wir sind zufrieden mit Ihm und wir wollten Ihn nicht missen. Aber wo er eigentlich herkommt und wer der Erfinder war und warum er so aussieht wie er aussieht wissen die meisten von uns nicht und interessieren tut es auch die wenigsten. Wer aber doch interessiert ist, kann hier gerne weiterlesen denn, wer weiß wo es her stammt kann auch beurteilen ob er es braucht.

BILD Die frühesten Westernsättel waren die langersehnte Erfindung für Entdeckungsreisende, Trapper und alle die damals aus einer Gegend die später St. Louis, Missouri genannt wurde, loszogen um im besten Fall Ihr Glück zu finden. Sie ritten auf importierten Sätteln die aus dem europäischen Raum stammten und waren sowohl für Pferd als auch für Reiter vollkommen unpassend und ungeeignet, da sie keinerlei Befestigungsmöglichkeiten für Gepäck boten, den Strapazen kaum Stand hielten und dem Reiter wenig bis gar keine Sicherheit gaben.

BILD Die ersten Entdeckungsreisenden die es geschafft hatten in Santa Fe, New Mexico einzutreffen, fanden hier das, wonach sie unbewusst gesucht hatten - einen treckfähigen Sattel. Dieser stellte sich so dar, dass er aus Holz war, eine hohe Kammer hatte sowie eine Lehne und eine Gurtung aus Leder. Perfekt zum transportieren von allem, was man so auf einem Treck benötigte.

So ritten nun die Entdeckungsreisenden mit Ihren Sätteln durch die Lande und irgendwann trafen wiederum andere Entdecker mit mittlerweile verbesserten Versionen in Santa Fe ein und kurzerhand wurde Santa Fe zum Geburtsort vieler Sattlereien.

Es entstanden hier weitere Verbesserungen, so dass der original Santa Fe Sattel noch besser an die Bedürfnisse seines Besitzers angepasst wurde. Der Sitz, der bislang an den heutzutage immer noch verwendeten Mc Clellan erinnerte bekam eine Lederüberzug und die Skirts und die Fender wurden hinzugefügt, die die Pferde vor dem stacheligem Gebüsch in Texas schützen sollten. Die übliche Gurtung in dieser Gegend war die doppelte, wobei die Cowboys in Oregon kleinere Skirts und eine einfache Gurtung bevorzugten.

Im Laufe der Zeit wurde viel Vieh weite Strecken entlang getrieben und die Bedürfnisse bzw. die daraus entstehenden Verfeinerungen an den Sätteln nahmen Ihren Lauf. Die Cowboys suchten sich die besten Sattler aus, die Ihre Wünsche umsetzten sollten. Diese nahmen ihrerseits in Kauf, dass viele Fehlversuche beim Umsetzten der Wünsche nötig waren, bis der Cowboy zufrieden war.

BILD Ein lustiges Beispiel hierfür ist, dass sich irgendwann in der Gegend um Nebraska die Fulldouble Gurtung aus dem Südwesten mit der einfachen Gurtung aus Oregon trafen. Ein in dieser Gegend ansässiger Sattler hat den Einfall einen Kompromiss aus beidem zu fertigen und entwickelte die ¾ Gurtung. Weil der Sattler kurz darauf nach Montana umzog, hieß diese Gurtung ab sofort auch Montana-Gurtung...
Damals wie heute, wurde alles was neu war erst mal misstrauisch begutachtet und teilweise auch erst mal belächelt, bis man sich über den enormen Fortschritt einer Sache bewusst wurde. So belächelten die Oregoner die Texaner wegen Ihrer komischen unpassenden Gurtung und umgekehrt. Doch irgendwann heilt Zeit bekanntlich alle Wunden und verwischte die Ursprünge.

Es folgte der erste Weltkrieg und nicht zu vergessen das Automobil, welches die Bedürfnisse an den Sattel wieder in ein ganz anderes Licht rückten. Es waren nun mehr die Freizeitbeschäftigung und nicht mehr das nackte Überleben, welches die neuen Ansprüche setzten. Und so folgte man in den kommenden Jahren eher Trends und Mode als Zweckmäßigkeit und Passform.

BILD Die Rodeos brachten Ihren Teil dazu. Man brauchte hierfür Sättel, die für diesen Sport zweckmäßig erscheinen und die Könige des Rodeos ritten gerne gegen ein bisschen Provision auf den neuen Modellen und verliehen diesen auch oft Ihren Namen. Und spätestens hier wird man sehr viele Parallelen zur heutigen Zeit finden, die sich bis heute nicht geändert haben.
Alles was damals in den Arenen geritten, vorgeführt und zelebriert wurde, wurde auch von den Massen gekauft. Es ging nicht mehr darum, einen Sattel für einen bestimmten Zweck herzustellen, nein es ging um Verkaufszahlen die man nur mit immer neueren Modellen aufrecht erhalten konnte. Irgendwann hatte man sich soweit von den ursprünglichen Maßstäben entfernt, dass jeder alte Cowboy sich im Grabe umgedreht hätte. Jeder Nichtprofi der sich nie trauen würde ein Rodeo mitzureiten, versuchte aber trotzdem in seinem Bereich es seinen Vorbildern nachzutun und konsumierte das, was man Ihm vorgab. Er ritt mit genügend Polster und außerdem auch viel zu selten bzw. wenig, als das Ihm die gravierenden Mängel, die sich mit der Zeit eingeschlichen haben aufgefallen wären. Nein, die Sattelindustrie setzte sogar noch einen oben drauf, in dem Sie "Ihm" auch noch einen Haufen Geld dafür abnahmen.

BILD Um 1800 waren es die täglichen Bedürfnisse, die die Verbesserungen am Sattel bestimmten. Der Sattel war so wichtig wie heut zu Tage das Auto und so wurde er auch behandelt. 60 Jahre später war dieses Monopol verschwunden und er wurde zu einem Sportgerät.

Eines hat sich in der ganzen Zeit allerdings nicht verändert und zwar die Tatsache, dass sämtliche Veränderungen an den Sätteln immer nur ein Ziel hatten, es dem Cowboy so gemütlich und einfach wie möglich zu machen. An die Passform für das Pferd dachte damals kaum einer. Viel mehr wurde sehr viel Zeit damit verbracht, streng nach einem alten Hausmittel den Pferden den Rücken zu waschen wenn Sie Satteldruck hatten. Man schob dieses Phänomen auch nicht auf die Tatsache, dass der Sattel vielleicht nicht passen könnte sondern vielmehr darauf, dass die Tiere eine ganzen Tag mit Ihrer Last unterwegs waren. Wenn man sich das jetzt einmal vorstellt..... man sollte eigentlich nicht drüber nachdenken. Den einzigen Vorteil den man damals hatte, es musste nicht immer ein und das selbe Pferd herhalten sondern es wurden unter besten Umständen Pferde frei aus einer kleinen domestizierten Herde gewählt und so konnten Sie sich zumindest einen Tag erholen.

BILD Wie man also sieht ist das Ursprüngliche nicht immer unbedingt das Beste und das Neue nicht unbedingt immer das Schlechteste.

Wie sich die Sättel weiterentwickelt haben und wo durch sie sich unterscheiden könnt Ihr unter der Rubrik Die verschiedenen Satteltypen nachlesen.
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