Die verschiednen Satteltypen

Um sich in der Vielfalt der angebotenen Sättel zurecht zu finden und den perfekten Sattel für seine Bedürfnisse herauszufiltern ist es sinnvoll die Unterschiede zu kennen.

Um einen groben Überblick zu verschaffen sind im folgenden einmal die typischen Sättel aufgelistet und in Ihren Unterschieden erklärt.

Der Reining Sattel

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Es gibt mittlerweile die verschiedensten Varianten an Reinigsätteln. Doch eines haben Sie in der Regel alle gemeinsam.
Reining ist die hohe Schule der Westerndressur und man braucht dazu wie der klassische Reiter auch, einen Sattel der einem die Hilfen erleichtert und einen optimal platziert. Man möchte "im Pferd" sitzen um so die Hilfen noch feiner geben zu können. Reiten mit soviel Kontakt zum Pferd wie eben möglich. Und an dieser Stelle beginnen die Unterschiede zu anderen Sätteln. Die Rigging, Fender und das Skirt werden so angebracht, dass sie den Reiter nicht behindern oder sogar stören. Es gibt mittlerweile das Cut-Out-Skirt, welches im Bereich unter dem Fender fast bis an den Baum ausgeschnitten ist, so dass das Reiterbein nur noch den Fender zwischen sich und dem Pferdebauch hat und nicht noch vom Skirt oder sogar einer Rigginplate noch weiter vom Pferd entfernt wird. Auch das Butterfly-Skirt dient diesem Zweck, wobei es häufiger bei Roundskirt oder kurzen Sätteln gefunden wird um die Gesamtstabilität durch einen Cut-Out nicht zu beeinträchtigen. Das Butterfly-Skirt ist wie ein Schmetterlingsflügel tailliert geschnitten und die stärkste Verjüngung befindet sich wieder direkt unter dem Reiterbein. Auch der Sitz ist wie gesagt speziell geschnitten um den Ansprüchen gerecht zu werden. In den USA wird mittlerweile ein etwas "gemäßigter" Sitz geritten, der nicht ganz so tief und dadurch etwas bequemer ist, wohingegen der europäische Sitz tief ist und durch ein hohes Built-Up noch platzierter wirkt.


Der Pleasure Sattel

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Der Pleasure Sattel unterscheidet sich von einem Reinigsattel meist nur durch seine ausladende Ausschmückung die in Form von Silberbeschlägen und prunkvollen Punzierungen zum tragen kommt.

Auch die Disziplinen Western Horsemaship und Western Riding werden mit Reinigsätteln geritten.

Der Cutting Sattel

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Cutting ist eine Disziplin, in der das Pferd schnelle Seitwärtsbewegungen in Zusammenhang mit einer sehr tiefen Vorbeugung durchführt. Diese Tatsache stellt besondere Anforderungen an den Sattel. Zum einen ist das lange sehr schmale Horn ein typisches Merkmal für einen Cutting Sattel. Es dient dem Reiter als eine Art Haltegriff und hat deshalb auch diese handgerechte Abmessung. Zum anderen hat der Cuttingsattel einen sehr flachen Sitz der seitlich über eine sehr große "Öffnung" verfügt. Diese ist absolut notwendig, um dem Reiter möglichst viel Bewegungsfreiraum zu bieten, damit er die schnellen Bewegungen vom Pferd ausbalancieren kann.
Würde man einen Reiningsattel für diese Disziplin verwenden, würde man wie auf einem Katapult aus dem Sattel geschleudert.
Und eine weitere Besonderheit beim Cuttingsattel sind die Steigbügel. Sie haben eine nach unten geschwungene Trittfläche, so dass der Reiter den Stiefel im Bereich vor dem Absatz mehr oder weniger "einhaken" kann. Er ist durch seine O-Form im Gegensatz zu einem Reiningbügel eher schmal geschnitten so dass der Reiter Ihn nicht so schnell verlieren kann. Was man auch gerne beim absteigen immer wieder beobachten kann, da er dann oft am Stiefel kleben bleibt.
Last but not least sind die meisten Cuttingsättel auffallend lang gehalten und verfügen immer über den Back Cinch (Hinterer Bauchgurt). Die Länge lässt sich zum einen damit erklären, dass der Sattel so einen größeren Schwerpunkt im hinteren Bereich bekommt, der dafür sorgt, dass der Sattel nicht hochklappen kann, bzw. sich hinter Schulter aufstellt. Den gleichen Zweck erfüllt auch der hintere Bauchgurt.

Durch diese Besonderheiten macht es wenig Sinn sich solch einen Sattel zuzulegen, wenn man kein Cutting betreiben möchte, da dies nicht Zweckmäßig wäre.

Der Roping Sattel

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Der Roping Sattel, bei uns auch unter Roper bekannt, ist ein reiner Arbeitssattel der für die Arbeit mit Rindern und dem Rope (Seil) eingesetzt wird.
Er zeichnet sich dadurch aus, dass er zum einen ein sehr kurzes aber massives bzw. dickes Horn hat. Dieses muß dem Zug des Rindes welches am Rope hängt stand halten. Ausserdem ist es zum Schutz vor Abrieb durch das Lasso mit Lederstreifen umwickelt, die bei Bedarf erneuert werden können. Auffallend sind auch die fast rechteckigen, klobigen und sehr schweren Steigbügel. Bei der Arbeit mit dem Rind und auch unter Turnierbedingungen muß der Reiter, nachdem das Rind mit dem Lasso am Horn fixiert worden ist, blitzartig über die Schulter vorn das Pferd verlassen und zum Rind zu kommen. Dabei besteht die Gefahr, dass der Reiter im Steigbügel hängen bleiben könnte, aus diesem Grund sind die Steigbügel so massiv und groß, dass dies kaum passieren kann und wenn doch, man es sofort auf Grund des Gewichtes merkt. Ein weiterer Punkt ist hier auch wie beim Cutting Sattel der Back Cinch.
Dieser ist hier von noch größerer Bedeutung als beim Cutting Sattel. Wenn das Rind am Horn fixiert wurde, fängt es sofort an rückwärts vom weg zu kommen, das Pferd merkt jetzt den Druck den dieser Zug auf den Bereich um die Schultern ausübt und ist darauf trainiert sofort rückwärts zu gehen. In dem Moment springt der Reiter über die Schulter nach vorne vom Pferd und übt ebenfalls Druck auf diesen Bereich aus. Damit der Sattel nicht nach vorne gezogen wird und sich über der Schulter aufstellt, ist der Back Cinch zur Fixierung angebracht.

Hierzu sei noch gesagt, dass es mittlerweile bei vielen freizeitorientierten Westernsättel schein bar schick ist, einen Back Cinch mit anzubieten. Dies wird vom Hersteller so gehandhabt und vom Kunden angewandt. Liebe Reiter, wenn man einen Back Cinch aus oben genannten Gründen nicht wirklich braucht, dann lasst Ihn weg, weil er keinen Nutzen hat. Wenn er nur keinen Nutzen hätte, dann wäre das ja noch soweit in Ordnung, aber 1. ist es ein zusätzliches Gewicht für das Pferd und 2. kann er im Ernstfall sogar gefährlich sein. Wer kennt es nicht, man sitzt im Sommer auf einem Pferd, welches mit seinen Hinterbeinen versucht, eine Fliege oder Bremse wegzutreten.... den Rest kann sich jeder denken. Richtig verschnallt sollte der hintere Gurt so verschnallt sein, dass man noch zwei Finger locker zwischen ihn und den Pferdebauch bekommt. Auf keinen Fall mehr, da dann das Risiko des Verfangens wächst und es auch keinen Sinn mehr machen würde. Allerdings auch auf keinen Fall enger, da sich das Pferd dann beengt fühlen kann und die Hinterhand nicht richtig einsetzt bzw. versuchen wird sich dem Druck zu entziehen was wieder zu Verspannungen führen kann.

Ein weiterer Orientierungspunkt für einen Roping Sattel ist der sehr bequem geschnittene Sitz. Er verfügt über nur wenig Build-Up um einen zu platzierten Sitz zu vermeiden und über eine eher gerade Sitzfläche. Er sollte halt für die tägliche Arbeit recht bequem sein, daher werden diese Sättel auch meistens mit einem 16" Sitz angeboten.

Der Barrel Racer

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Barrel Racing ist eine sehr schnelle Disziplin wo es auf Sekunden bzw. Hundertstel ankommt. Wie in allen Sportarten wo es auf Schnelligkeit ankommt, spielt das Gewicht eine große Rolle. Daher sind die Bäume der Barrel Racing Sättel auch meisten aus Kunststoff und der Sattel an sich ist mit einem Round Skirt versehen um nochmals Gewicht zu sparen. Auffallend ist auch das hohe Cantle und die breite Fork. Das hohe Cantle zusammen mit einem kurzen Sitz gibt dem Reiter einen sicheren und festen Sitz. Die hohe Fork dient als Stütze für die Oberschenkel.
Aus diesen Gründen, speziell das geringe Gewicht, die kurze Form und der sichere Sitz, wird dieser Sattel auch sehr oft im Freizeitbereich benutzt.

Der Oldtimer

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Der Oldtimer ist der Ursprung aller heutigen Sättel. Er war die Vorlage von dem die einzelnen Elemente entnommen wurden. Er hat, wie die der Roper, das massive Horn und die bequeme Sitzposition. Tief, relativ breit und nur wenig Buil-Up. Typisch für den Oldtimer ist auch der Hard-Seat, da man die Möglichkeit des gepolsterten Sitzes erst später in Betracht zog, so wie das hohe rundgeschlossene Cantle. Dieses diente damals dem Zweck, den Reiter im Rückenbereich vor den Hörnern der Bullen zu schützen. Die Cheyenne-Roll (der am Cantle nach hinten unten verlaufende Wulst, gerne mit Rohhaut oder Silber verziert) tauchte irgendwann auf und ist bis heute geblieben. Einen besonderen Nutzen hatte sie nie und es ist auch nicht ganz klar wann und warum sie auf einmal auftauchte. Jedenfalls ist das Fehlen der Cheyenne-Roll auch ein typisches Zeichen für einen Oldtimer.
Der Oldtimer ist oft bei Freizeitreitern beliebt, da er viel Platz und Möglichkeiten zur Gepäckbefestigung bietet. Jedoch schrecken auch viele auf Grund seines "harten" Sitzes vor Ihm zurück. Einen grundsätzlichen Tipp ob er nun gut oder schlecht ist, kann man hier nicht geben, das muß jeder selber ausprobieren. Man kann nur dazu sagen, dass er auf Grund der glattledernen Sitzfläche viel Bewegungsfreiheit bietet und den Reiter nicht durch das "klebende" Wildleder am Sattel fixiert. Es gibt sogar Top Trainer, die Ihre Reining im Oldtimer reiten.
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